Das Projekt

In der im Jahr 2015 abgeschlossenen Konzeptphase des "DACH"-Kooperationsprojekts wurden in Karlsruhe und den beiden Partnerstädten Salzburg und Winterthur zahlreiche Optionen zur Beschleunigung der Energieeffizienzsteigerung untersucht und Handlungsansätze in unterschiedlichen Handlungsfeldern entwickelt. Es wurde ein lebendiges Netzwerk der Akteure in den drei Städten etabliert, aus dem heraus erste Kooperationen in Forschungsprojekten initiiert wurden.

Als wesentliche Ergebnisse der Konzeptphase sind unter anderem festzuhalten:

  • Die Vernetzung auf institutioneller Ebene - insbesondere Stadtverwaltungen und wissenschaftliche Einrichtungen - war erfolgreich. Im Rahmen von drei Erfahrungsaustauschtreffen, mehreren öffentlichen wissenschaftlichen Veranstaltungen und zahlreichen Gesprächen zu Einzelthemen wurden persönliche Kontakte geknüpft. Gegenseitiger Kooperationswille und ein hohes Maß an Vertrauen wurden geschaffen.
  • Die Arbeit in den Themengruppen führte für das Projektteam aus Karlsruhe zur Formulierung von mehreren konkreten Projektanträgen in den Themenfeldern energetische Sanierung, Steigerung der Energieeffizienz in Gewerbe und Industrie sowie nachhaltige Mobilität. Einige der Vorhaben waren von vorne herein als trinationale Kooperation konzipiert, bei anderen besteht ein erhebliches Interesse an der Thematik in den Partnerstädten. Zwei Projekte wurden positiv beschieden, eines davon wird nach erfolgreichem Abschluss im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative weitergeführt. In den übrigen Fällen werden die inhaltlichen Projektideen weiter verfolgt.
  • Wie beabsichtigt, wurde konkretes Lernen aus den Erfahrungen in den Partnerstädten ermöglicht. Aus Karlsruher Sicht sind beispielsweise die Erfahrungen mit der kommunalen Energie- und Energieversorgungsplanung in der Stadt Winterthur oder mit dem Energiemonitoring öffentlicher Gebäude und Einrichtungen in Salzburg besonders wertvoll. Umgekehrt besteht großes Interesse in den Partnerstädten am Karlsruher Konzept eines Tools für Energieverantwortliche zur energieoptimierten, programmgestützten Betriebsführung im öffentlichen Gebäudebestand.

Da sich die drei Städte bereits seit längerer Zeit als Ergebnis eines sich immer deutlicher artikulierenden kommunalpolitischen Willens aktiv für den Klimaschutz einsetzen, konnte und sollte das DACH-Projekt nicht ausschließlich neue Impulse setzen. Vielmehr wurden bestehende Aktivitäten intensiviert. Anregungen und Impulse seitens des Projektteams durften und dürfen also keineswegs als Kritik an der bisherigen Arbeit der unterschiedlichen Akteure betrachtet werden, sondern sind stets als zusätzliches Unterstützungsangebot zu interpretieren. Die Förderung des Projekts durch öffentliche Mittel und die trinationale Wahrnehmung in Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen durchaus als Anerkennung für das Engagement aller bisherigen Akteure im Klimaschutz angesehen werden, seien es die Akteure in den kommunalen Verwaltungen, in wissenschaftlichen Institutionen, von Unternehmen oder Privatpersonen.

Einen ausführlichen Bericht über die Konzeptphase finden sie hier: Schlussbericht Konzeptphase (ca. 3,3 MB)

In der bis 2019 angesetzten Umsetzungsphase sollen auf nationaler Ebene die identifizierten Ansätze konkretisiert werden. Beispiele sind die Einbeziehung "schwieriger" Akteursgruppen in energetische Sanierungskonzepte, die Optimierung von Prozessen im öffentlichen Gebäudemanagement, Energiesystemanalysen und Konzepte für die energetische Vernetzung von Unternehmen oder Nutzung von Vernetzungsplattformen der Wirtschaft. Hierfür sollen jeweils eigene Fördermittel akquiriert werden, zum Beispiel für EU-Projekte. Das DACH-Umsetzungsprojekt konzentriert sich auf die konzeptionelle Koordination dieser Einzelmaßnahmen, die wissenschaftliche Begleitung und die Fortsetzung des trinationalen Erfahrungsaustauschs mit weiteren regelmäßigen Treffen.

Parallel zu den projekt- beziehungsweise maßnahmenorientierten Aktivitäten des DACH-Projekts wird in einer projektbegleitenden Evaluation der Erfolg dieser Aktivitäten gemessen. Es werden qualitative und quantitative Indikatoren genutzt und durch Aufzeigen typischer Erfolgsfaktoren und Hemmnisse in den DACH-Städten die Voraussetzungen zur Übertragung auf andere Städte des DACH-Dreiecks Deutschland (D), Österreich (A) und Schweiz (CH) herausgearbeitet.

Auch wird der Prozess der beschleunigten Implementierung von Energieeffizienzmaßnahmen und der Umsetzung kommunaler Klimaschutzkonzepte unter Akteursbeteiligung in Karlsruhe als Fallstudie für Annex 63 des IEA-Programms "Energy in Buildings and Communities" untersucht.